Kalendermethode



Die Kalendermethode ist eine Verhütungsmethode, die in den 30er Jahren von dem Österreicher Hermann Knaus und dem Japaner Kyusaku Ogino entwickelt wurde. Sie gilt generell als recht unsicher und kann nur benutzt werden, wenn man bereit ist diszipliniert alle Vorgänge festzuhalten. Außerdem muss für beide Partner klar sein, dass die Kalendermethode mindestens eine Woche lang keinen Geschlechtsverkehr gestattet.

Wie?

Bei der Kalendermethode werden die Tage des Eisprungs ausgerechnet, wobei man nach hinten einige Zeit dranhängt, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Das Sperma des Mannes kann im weiblichen Körper eine Woche lang überleben, daher sollte man die Zeit genau einhalten.

Bevor man die Kalendermethode aktiv zur Verhütung nutzt, sollte man seinen Zyklus sechs Monate lang beobachten, und alles protokollieren. Hier ist es besonders wichtig, auf die Abstände zwischen zwei Perioden zu achten und sich die Anzahl der Tage zu notieren. Man rechnet vom ersten Tag der neuen Menstruation bis zum letzten Tag vor der nächsten. So findet man das längste und kürzeste Intervall. Jetzt beginnt das Rechnen. Das kürzeste Intervall beträgt zum Beispiel 26 Tage und das längste 30. Vom kürzesten zieht man grundsätzlich 18 ab, vom längsten 11. In unserem Beispiel macht das 8 und 19. Hat man seine Blutungen regelmäßig, ist dieser Zeitraum (zwischen dem 8. und 19. Tag nach dem ersten Tag der Blutung) der Fruchtbarste. Möchte man so verhüten, sollte man also jetzt keinen Sex haben, möchte man unbedingt ein Kind, ist die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung jetzt am höchsten.

Diese Methode ist sehr unsicher, der Pearl Index (gibt an, wie viele von hundert Frauen, die die Methode ein Jahr lang benutzt haben, schwanger geworden sind) liegt bei 14 - 35, also etwa ein Drittel. Viele verwenden sie in Kombination mit Kondom, was eine vernünftigere Lösung ist.

Wer?

Die Kalendermethode eignet sich als Verhütungsmethode nur für sehr disziplinierte und organisierte Frauen, die nicht viel vergessen, und eine regelmäßige Periode haben. Es ist nötig, sämtliche "Daten" festzuhalten, und zwar nicht nur in den sechs Monaten der Beobachtung, sondern immer. Der menschliche Körper ist keine Maschine, die eine Sache jahrelang gleich ausführt, sondern ändert sich, von Person zu Person unterschiedlich, schnell. Er ist Umwelteinflüssen, seelischen Schwankungen und einschneidenden Ereignissen ausgesetzt, alles Faktoren, die den Zyklus einer Frau verändern können. In diesem Fall, ändert sich die Zeit des Eisprungs. Auch ist diese Methode nicht etwas für alle Paare. Etwa zehn Tage im Monat, ist kein Geschlechtsverkehr "erlaubt", man ist also zur Enthaltsamkeit gezwungen. Die Kalendermethode verlangt von beiden Partnern Disziplin. Generell ist die Kalendermethode weniger als sichere Verhütungsmethode ratsam, sondern eher als ein Weg herauszufinden, wann man am ehesten ein Kind bekommen kann, also als natürliche Familienplanung. Dennoch wird diese Methode immer noch bei vielen Paaren auch als Verhütung benutzt, da sie sehr natürlich ist und, im Gegensatz zu der Pille und anderen Hormonpräparaten, das natürliche Geschehen im Körper nicht beeinträchtigt. Auch ist diese Methode sehr billig. Nach einer Schwangerschaft kann diese Methode nicht sofort wieder angewandt werden, da sich der Köper hormonell verändert hat und höchstwahrscheinlich noch weiter verändern wird.

Andere Methoden

Neben der sehr unsicheren Kalendermethode, gibt es einige Methoden zur Schwangerschaftsverhütung, die sehr viel zuverlässiger sind. Auch sie sollen auf dieser Seite nicht unerwähnt bleiben.

Pille

Die wohlbekannteste Methode zur Schwangerschaftsverhütung ist das als Pille bekannte Hormonpräparat. Die gängigen Präparate enthalten zwei weibliche Hormone, Gestagen und Östrogen. Diese gaukeln dem Körper der Frau eine bereits bestehende Schwangerschaft vor. Dadurch wird der Eisprung unterdrückt. Darüber hinaus verhindert sie Pille das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter, da der Schleimpfropf im Muttermund sich nicht verflüssigt. Schließlich wird auch die Zusammensetzung der Gebärmutterschleimhaut verändert, so dass eine Einnistung einer Eizelle erschwert wird. Durch diese dreifache Wirkungsweise ist die Pille ein sicheres verhütungsmittel, das im allgemeinen gut verträglich ist.

Kupferspirale

Moderne Kupferspiralen sind T-förmige Gebilde aus weichen Kunststoff, deren Enden mit feinem Kupferdraht umwickelt sind. Sie wirken auf zweierlei Weise. Zum einem schädigt das Kupfer die Spermien und setzt die Beweglichkeit der Samenfäden herab. Zum anderen wirkt die Spirale selbst als Störfaktor, der die Einnistung einer Eizelle behindert. Außerdem wird die Zusammensetzung der Gebärmutterschleimhaut verändert, was ebenfalls die Einnistung erschwert. Die Kupferspirale kann bis zu 5 Jahren in der Gebärmutter verbleiben. Somit ist sie gut zur Langzeitverhütung geeignet. Allerdings verhindert die Kupferspirale eine Schwangerschaft nicht so sicher wie die Pille.

Hormonspirale

Die Hormonspirale vereinigt die Vorzüge von Pille und Kupferspirale. Sie stellt eine äußerst zuverlässige Methode der Schwangerschaftsverhütung dar. Ihre Sicherheit ist mit der der Pille vergleichbar. Die Hormonspirale kann sich auch positiv auf das Blutungsverhalten auswirken. Bei einer Vielzahl der Anwenderinnen bleibt nach einigen Jahren die Blutung ganz aus. Da die Hormonspirale lokal wirkt, kommt sie mit sehr geringen Hormondosen aus. Dies wirkt sich positiv auf die Verträglichkeit aus. Insgesamt stellt die Hormonspirale eine komfortable und sehr zuverlässige Methode der Langzeitverhütung dar. Anwendungsfehler durch das Vergessen der Einnahme oder Herabsetzung der Wirksamkeit durch Magen- und Darminfekte sind ausgeschlossen.

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